Detox - Was es mit Entgiftung auf sich hat

Detoxkur, Tee & Co.

 

Die Industrie versucht aus allem Gewinn zu machen. Vor allem im Frühjahr boomen Detoxkuren mit Smoothies, Pillen oder Tees. Dabei werden verschiedenste Wirkungen in kurzer Zeit versprochen, wie Abnehmen, besseres Hautbild, mehr Energie, Entschlackung usw. 

Der Körper entgiftet rund um die Uhr. Dabei sind Haut, Lunge, Leber, Darm, Nieren, Blut und Lymphe involviert. Schütten wir oben nur Müll rein und halten uns in einem künstlichen Umfeld auf, dann werden die Entgiftungssysteme überlastet, denn die Kapazität den Müll rauszubringen ist begrenzt. Detoxtee oder eine Saftkur wirken dann so, wie wenn du in deine volle Badewanne mit dreckigem Wasser ein Glas sauberes hinzukippst und hoffst, dass sich dadurch der Stöpsel löst und alles abfließen kann. Und danach geht die Völlerei von vorne los - die Kur einmal im Jahr wird's schon richten ... eben nicht. 

 

 

Unterstützen kann man die Entgiftung des Körpers selbstverständlich, aber dafür braucht es keine teuren Pulver oder Shakes, sondern natürliche Lebensmittel, Kräuter und Pflanzen. Wenn die Entgiftungsorgane überlastet sind, müssen dort erstmal die Funktionen wiederhergestellt werden. Und das geht am Besten durch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und des Lebensstils. Du musst etwas ändern, damit sich etwas ändert. 

 

Die Leber ist das wichtigste Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan im Körper.

 

Gifte, die im Darm aufgenommen wurden (weil er zum Beispiel zu durchlässig ist), werden in der Leber gefiltert. Das ist auch der Grund warum viele Medikamente, sehr hoch dosiert werden, sonst käme von dem Wirkstoff am Zielort nix mehr an. 

Die Leber filtert nicht nur Medikamente, sondern alles, was in das Blut aufgenommen wurde. Dort passiert aber noch viel mehr: 

 

  • Produktion der Gallensäure
  • Fettstoffwechsel 
  • Kohlenhydratstoffwechsel 
  • Proteinstoffwechsel
  • Produktion von Hormonen
  • Entgiftung - Ausscheidung von körpereigenen & fremden Stoffen über Niere oder Darm  
  • Speicherfunktion - Vitamine & Spurenelemente 
  • Immunabwehr 

 

Wie viele Menschen müssen mindestens 1 Medikament täglich nehmen (inklusive der Pille)? Vielleicht jeder dritte. Rechne noch einen „normalen“ Lebensstil hinzu, mit vielen leeren Nahrungsmitteln (Brot, Nudeln, Zucker, Fertigprodukte, Soft Drinks, Fast Food), mit wenig frischem Gemüse und Fleisch aus schlechter Qualität. Dazu kommen wenig Bewegung und ein Naturdefizit, sowie Aufnahme von Giften aus Kosmetikprodukten und Umwelt.

 

Die Leber wird täglich mit Giften überschwemmt und ist rund um die Uhr damit beschäftigt, diese Gifte abzubauen und auszuleiten. Was passiert mit den vielen anderen Vorgängen, um die sich die Leber kümmern muss? Sie werden nicht mehr zu 100% erfüllt. Ist die Leber in ihrer Funktion überlastet, werden die Gifte zudem nicht mehr optimal ausgeleitet und reichern sich im Körper an. Auch hier entstehen wieder zahlreiche negative Folgen, die allein dem Lebensstil geschuldet sind. 

Andere Organe werden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, denn die sind abhängig von einer funktionierenden Leber. Nicht sofort, aber nach jahrelanger Fehlfunktion entstehen auch hierdurch Krankheiten, die dann nicht an der eigentlichen Ursache behandelt, sondern nur am Ende der ganzen Kette durch Medikamente ruhig gestellt werden. Schleichend machen wir uns selbst kaputt und ignorieren dabei die Warnsignale des Körpers - schlechte Verdauung, Schlafstörungen, Energielosigkeit, hoher Blutdruck, hoher Blutzucker, schlechtes Hautbild, hohe Krankheitsanfälligkeit, Ausbleiben der Periode, vermehrte Fetteinlagerungen, geringe Libido, Stimmungsschwankungen... 

 

Der Körper schreit nach Hilfe und wir verstehen ihn nicht mehr. 

 

Wie kann man die Leberfunktionen natürlich unterstützen?

 

  • Aufhören den Körper mit Müll vollzustopfen - frische und unverarbeitete Lebensmittel mit guter Qualität essen 
  • Ausreichend Schlafen - der Körper regeneriert über Nacht 
  • Bitterstoffe über die Nahrung aufnehmen - z.B. Löwenzahn, Brennnessel, Artischocke, Ingwer 
  • Vitamine zuführen - Mariendistel, B-Vitamine, Eiweiß, 
  • Adaptogene (Heilpilze) wirken unter anderem leberschützend und immunregulierend
  • Alkoholkonsum reduzieren 
  • Umweltgifte erkennen und reduzieren (z.B. Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe in Kosmetika & Lebensmitteln)

 

3 Bausteine für deine Entgiftung

1. Ernährung

 

Wenn du oben nur Schrott reinschüttest, hat der Körper natürlich mehr Arbeit, den Müll rauszubringen. Ganz abgesehen, von den fehlenden Nährstoffen und den zusätzlich aufgenommenen Giften durch Pestizide, Insektizide, Hormone aus dem Fleisch, Konservierungsmittel, Geschmacksverstärkern usw. 

 

  • Achte deshalb auf die Qualität deiner Lebensmittel - artgerechte Haltung und Fütterung, frisch, unverarbeitet und regional sollten unverhandelbare Kriterien beim Einkauf sein 
  • Gemüse sollte immer ein Hauptbestandteil deiner Mahlzeiten sein. Die darin enthaltenen Ballaststoffe ernähren die guten Darmbakterien. Auch Leinsamen oder Flohsamenschalen sind eine gute Möglichkeit dem Darm gutes zu tun. Im Morgendrink oder Smoothie lassen sie sich leicht einbauen. 
  • Selbstgemachte fermentierte Lebensmittel liefern nicht nur Nahrung für die guten Bakterien, sondern bringen gleich selbst Bakterien mit und bauen so die Darmflora auf. Fermentieren kannst du fast alles - Sauerkraut, Radieschen, Karotten, Gurken, sogar Getränke (Kombucha, Wasserkefir). Wirklich wichtig ist dabei, dass du selbst fermentierst oder zumindest darauf achtest, dass die gekauften Produkte nicht erhitzt wurden und kalt gelagert sind. Denn durch das Haltbarmachen in der Herstellung werden die guten Bakterien abgetötet. 
  • Verzichte auf Alkohol, Zucker und Getreide - die schlechten Darmbakterien ernähren sich davon und die Darmwand wird geschädigt
  • Vermeide unnötige Medikamenteneinnahme, denn durch Antibiotika und da Co wird die gesamte Darmflora in Mitleidenschaft gezogen 
  • Baue mehr Bitterstoffe ein - sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, fördern die Verdauung und die Durchblutung des Magen-Darm-Traktes. Damit aktivieren sie die an der Verdauung beteiligten Organe Magen, Darm, Gallenblase und Leber. Pflanzen und Kräuter wie Chicorée, Zitrusfrüchte, Minze, Brennnessel, Löwenzahn, Schafgarbe, Rosmarin und Basilikum versorgen dich als Salat, Tee oder Gewürz damit. Fällt es dir schwer, das in deine Mahlzeiten einzubauen können auch Bitterelexiere, wie das Gallexier von Salus, als Ergänzungsmittel eingenommen werden. 
  • Pflanzen und Kräuter werden bereits seit Jahrtausenden als Heilmittel eingesetzt. Durch ihre vielen Nähr- und Vitalstoffe, Vitamine und Enzyme unterstützen sie viele Körperfunktionen auf natürliche Weise. Vor allem Frauenmantel und Schafgarbe sind in der Frauenheilkunde sehr bekannt. Ihr Einsatz ist vielseitig - so helfen sie bei PMS und Menstruationsbeschwerden, lindern Krämpfe und regulieren Hormondysbalancen. Leberunterstützend wirken Mariendistel, Artischocke, Koriander, Kurkuma, Ingwer, Reishi & Cordyzeps. Auch Vitamine A,C,D,E und die B-Komplexe werden in der Leber gebraucht. Die einfachste Anwendung der Heilpflanzen ist sie als Tee aufzubrühen (da manche Heilpflanzen eine starke hormonelle Wirkung haben, können sie die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln beeinflussen - frage daher immer erstmal in der Apotheke nach, bevor du dir selbst Heiltees zusammenstellst). Meine Tees hole ich unter anderem bei Sonnentor oder in der Apotheke. 

2. Umweltgifte

 

Nicht nur durch Lebensmittel, sondern auch durch unsere Umwelt nehmen wir mittlerweile eine Vielzahl an toxischen Substanzen auf. Alleine in Kosmetikprodukten finden sich hormonell wirksame Substanzen, krebserregende Stoffe und Allergieauslöser. Wenn wir achtsamer werden, mit den Dingen, mit denen wir uns Umgeben, in uns rein schütten oder auf die Haut schmieren, können wir unseren Körper entlasten und unsere Gesundheit stark verbessern. 

 

  • Verwende beim Einkaufen die App Code Check oder Tom Fox - damit scannst du die Strichcodes und bekommst Infos über bedenkliche Inhaltsstoffe. Ich verwende seit längerem nur noch Kosmetika und Haushaltsreiniger auf natürlicher Basis. Meinen Universalreiniger stelle ich zb komplett selbst aus Waschsoda, Essigessenz und Lavendelöl her. 
  • Duftstoffe wirken irritierend und auch Allergen - Raumsprays und ähnliches sind einfach unnötig und voller Chemie. Setze auf natürliche Duftstoffe aus ätherischen Ölen und filtere die Raumluft mit Zimmerpflanzen 
  • Reduziere Kunstlicht und elektromagnetische Strahlung - der Körper ist durch die Natur geprägt, vom natürlichen Lichtverlauf der Sonne und vom Elektronenaustausch mit der Erde. Diese physikalischen Vorgänge senden wichtige Signale und lösen Reaktionen im Körper aus, wodurch Biorhythmus und viele andere Vorgänge gesteuert werden. Durch die mittlerweile dauerhafte Bestrahlung mit Licht, WLAN, Bluetooth und aus elektrischen Leitungen wird unser körpereigenes Feld gestört. Und das hat nichts mit Esoterik zu tun, sondern lässt sich auf physikalische und biochemische Gesetze zurückführen. Deshalb tut uns der Aufenthalt in der Natur auch so gut. Schalte also einfach mit dem Sonnenuntergang alle elektronischen Geräte, WLAN, Licht usw aus und du wirst nicht nur besser schlafen, sondern dich insgesamt weniger „geladen“ und ausgeglichener fühlen. Mehr zum Thema Auswirkungen von Kunstlicht kannst du im Blogartikel "Tickst Du noch richtig" lesen.
  • Vermeide Plastik - Weichmacher und andere Chemie in Plastikverpackungen, Flaschen und Co. wird von den Lebensmitteln aufgenommen und dadurch gelangen auch diese Gifte in den Körper. Außerdem hilfst du damit auch dabei, die Umwelt zu schonen und nicht weiter vollzumüllen. 
  • Viel Wasser aus der Flasche oder gefiltert trinken - unser Körper besteht zu 70% aus Wasser und Flüssigkeit wird für alle Funktionen benötigt. Achte also auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr über den Tag. Trink dafür am besten direkt nach dem aufstehen 500ml, um den Verlust der Nacht auszugleichen. Das Leitungswasser sollte aber unbedingt gefiltert sein, ansonsten vermeide auch hier wieder Plastik und greife zu Glasflaschen. Im Trinkwasser werden leider immer wieder hormonrückstände gefunden, die in der Wasseraufbereitung nicht gefiltert werden können und so in deinen Organismus gelangen. Es gibt mittlerweile einige Wasserfilter, die solche Rückstände problemlos rausziehen können. 

 

3. Lebensstil

 

Insgesamt braucht unser Organismus einen ausgeglichenen und gesunden Lebensstil, um richtig funktionieren zu können. Dazu gehören die gesunde Ernährung und eine möglichst giftfreie Umwelt dazu, es gibt aber noch ein paar Punkte, die ebenfalls eine Rolle spielen. 

 

  • Bewegung, Bewegung, Bewegung - auch dafür ist unser Körper gemacht. Vielseitige, abwechslungsreiche Bewegungen in der Natur, bei denen der gesamte Körper gefordert wird. Herz-Kreislauf, Muskeln, Koordination und Gleichgewicht werden trainiert und sorgen damit auf vielfältige Weise für einen gesunden Körper und wachen Geist. Der Stoffwechsel wird verbessert, die Darmaktivität unterstützt, Glückshormone, Wachtumsfaktoren und Botenstoffe werden ausgeschüttet und der Stresspegel reduziert. 
  • Lerne Stress auszugleichen - Stress wird dich immer begleiten, ob im Beruf, in der Familie oder in deinem Kopf. Entscheidend ist, wie du mit Belastungen umgehst. Dabei ist Stress auch nicht immer schlecht. Im richtigen Maß macht Stress leistungsfähig, hilft konzentriert zu sein und kann uns nützen. Wir müssen aber lernen, wie wir gesund damit umgehen können. Denn wenn Stress zum Dauerbegleiter wird und auf die ständige Anspannung keine Erholung folgt, leiden Körper und Geist darunter. Vor allem der dauerhaft erhöhte Cortisolspiegel (Cortisol = Stresshormon) belastet Leber und Darm. 
  • Sorge für guten Schlaf - in der Nacht regeneriert Dein Körper, er bringt den Müll raus und sorgt dafür, dass du am nächsten Tag wieder leistungsfähig bist (was genau im Körper beim Schlaf passiert, erfährst du im Blogartikel "Von Lernen und Eulen"). Ob du gut schläfst oder nicht, kannst du beeinflussen:
  1. schalte mit dem Sonnenuntergang künstliche Lichtquellen ab (auch Handy und Tv)
  2. Lüfte dein Schlafzimmer gut - eine Temperatur von 16-18 Grad ist ideal
  3. Nutze dein Schlafzimmer nur zum schlafen und sehe es als Ort der Ruhe und Erholung - kein Tv, kein Arbeitszimmer oder Abstellraum
  4. Schlafe unbekleidet - so gibt es einmal keine einschneidenden Gummis oder ähnliches und außerdem schwitzt du über Nacht, zusätzliche Kleidung produziert mehr Wärme und behindert die Abgabe. Investiere in Bettwäsche aus gutem Stoff (auch in konventioneller Kleidung etc sind viele Chemikalien enthalten)
  5. Letzte Mahlzeit 3-4 Stunden vor dem Schlafen
  6. Intensives Training bis 20 Uhr - spätest Training macht wach und dein Körper kommt so nicht zur Ruhe, wenn es Schlafenszeit ist. Auch wenn du dich nach dem Sport ausgepowert fühlst, sind Stresshormone aktiv und behindern die effektive Regeneration über Nacht
  7. Reflektiere deinen Tag mit einen Tagebucheintrag - so leerst du deinen gedanklichen Mülleimer aus und nimmst kreisende Gedanken nicht mit ins Bett. Notiere was an dem heutigen Tag gut war, was du morgen besser machen möchtest und wofür du dankbar bist.
  • Guter Schlaf beeinflusst deine Stressbewältigung positiv und umgekehrt

FAZIT

Deine Gesundheit ist in erster Linie abhängig von deinem Lebensstil. Willst du deine Gesundheit verbessern, dich fitter fühlen, mehr Energie haben oder deinen Körper formen, musst Du etwas an deinen täglichen Gewohnheiten verändern. 

Du weißt nicht, wo du anfangen sollst? Suche dir eine Veränderung heraus, die dir am leichtesten fällt und setze sie ab sofort um. Nach einer Woche nimmst du dir die nächste Veränderung vor und arbeitest dich so vom leichten zum schweren. 

 

Ergänzend kannst du dir natürlich auch Unterstützung durch einen Coach holen, der sich deine aktuelle Situation genau anschaut und mit dir gemeinsam anhand der Analyse eine Lösungsstrategie entwickelt. Komm also auf mich zu, wenn du Unterstützung brauchst und Interesse an einem Food und Lifestylecoaching hast - hinterlass einen Kommentar oder schreib mir eine E-Mail

 

Bis bald und viele Grüße 

Chantal 

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