Ganzheitliches Gesundheitsmanagement Teil II

 

Im ersten Teil ging es um die generelle Notwendigkeit des "über den Tellerrand" Schauens, das Verknüpfen von verschiedenen Bereichen der Gesundheitsförderung und der Eigenverantwortlichkeit für die eigene Gesundheit. Natürlich muss auch von Seiten des Arbeitgebers der notwendige Rahmen für eine Gesundheitskultur geschaffen werden. 

 

MIt BGM das gewissen beruhigen

 

 

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass viele Unternehmen dieses Thema noch sehr belächeln und leider nur daran interessiert sind, die Verantwortung abzugeben, indem sie die Mitarbeiter zu einem Rückenschulkurs schicken. Damit ist das Gewissen beruhigt und die Pflicht getan. Zwar bieten viele Betriebe irgendeine Art Firmenfitness oder Gesundheitsförderung für Ihre Mitarbeiter an, aber so richtig effektiv scheint das ganze trotz allem nicht zu sein. Denn die Zahlen der Ausfälle durch Rückenbeschwerden oder auch durch psychische Belastungen steigen stetig weiter. 

 

Deshalb habe ich das Konzept eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements aufgebaut, bei dem die Arbeitsbedingungen und Belastungen im Betrieb, sowie das Gesundheitsverhalten eines jeden unter die Lupe genommen und individuell gefördert werden.

 

Angebote zur Firmenfitness sehen in der Regel so aus:

 

1) Das Unternehmen ist in einer Kooperation mit einem Fitnessstudio, die Mitarbeiter können zu vergünstigten Tarifen dort trainieren, große Unternehmen zahlen teilweise die Beiträge dafür komplett.

 

2) Das Unternehmen ist in einer Kooperation mit der Krankenkasse, welche Kurse für die Mitarbeiter in den Bereichen Bewegung, Entspannung und manchmal sogar Ernährung anbietet. Ein Kurstrainer kommt bestenfalls in das Unternehmen und leitet einen Rückenkurs oder ähnliches.

 

In beiden Fällen, müssen die Angebote außerhalb der Arbeitszeit genutzt werden. Aber vor allem in Berufen, in denen Körper und/oder Geist stark gefordert werden bleibt bei den langen Schichten nur wenig Möglichkeit, in der Freizeit zusätzlich Sport zu treiben.

 

Good Life Gesundheitsmanagement - Rückenschule für Mitarbeiter ist zwar gut gemeint, bringt aber selten Erfolge. Es muss mehr passieren

Rückenschule alleine bringt nichts

 

Die Maßnahmen, die als Gesundheitsförderung verkauft werden, sind dann zudem entweder nicht zielführend oder einfach unattraktiv - Beispiel Rückenschule. Wenn eine Person 8 Stunden am Tag vor dem PC sitzt, werden 60 Minuten Rückenschule in der Woche nicht den benötigten Ausgleich bieten.

 

Zählt man dann noch das Sitzen in der Freizeit hinzu (Auto fahren, Essen, Couch = +/- 4 Stunden täglich), stehen 3600 Minuten Sitzen gegen 60 Minuten Rückengymnastik in 5 Arbeitstagen - die Gleichung geht nicht auf. Außerdem wirkt der Kurs Rückenschule alleine durch die Bezeichnung, leider für viele uninteressant. Der Stempel "Omasport" ist schnell aufgedrückt.

 

Anderes Beispiel: Eine Person muss 8 Stunden am Tag Menschen pflegen - waschen, anziehen, Einkäufe erledigen, putzen etc. nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche benötigen hier einen Ausgleich. Dabei stehen 2400 Minuten Arbeitsbelastung gegen 60 Minuten Entspannung in einer Arbeitswoche.

 

In der heutigen Zeit der ständigen Erreichbarkeit und wenn der Job immer und immer mehr einfordert, verlernen viele Menschen für ihr körperliches und seelisches Wohl zu sorgen. Die meisten Arbeitnehmer verbringen die Hälfte ihrer aktiven Tageszeit auf der Arbeit - meiner Meinung nach, steht der Arbeitgeber dabei in der Pflicht, für einen Ausgleich der Belastungen durch den Arbeitsplatz zu sorgen. Natürlich gemeinsam mit den Angestellten, welche in erste Linie zu einem eigenverantwortlichen Gesundheitsverhalten befähigt werden müssen.

 

maßnahmen zur gesundheitsförderung

  • Akzeptanz für Gesundheit in allen Bereichen des Unternehmens. Die Chefetage darf als Vorbild voran gehen, damit wird den Mitarbeitern auch die Scheu davor genommen, für die eigene Gesundheit einzustehen.
  • Training & Bewegung: "Use it or loose it" - was der Körper nicht regelmäßig nutzt, wird abgebaut. Beweglichkeit, Kraft und Belastbarkeit lassen nach und Schmerzen entstehen. Regelmäßiges funktionelles Training, mit dem ganzen Körper und in natürlichen Bewegungen hält das Gewebe straff, wirkt dem Fettaufbau entgegen, stabilisiert den Körper und gibt Kraft für alle Belastungen im Alltag. Schwer heben, lange stehen, einseitige Haltungen oder dauerhaftes Sitzen aber auch Treppen steigen, mit den Kindern spielen, in der Lieblingsjeans gut aussehen oder zur nächsten Bahn rennen - unsere Leistungsfähigkeit und unser Wohlbefinden auf der Arbeit und im Alltag sind abhängig von unserer körperlichen Verfassung. Daher sollten Bewegungspausen  und das Wechseln zwischen sitzen und stehen am Schreibtisch unbedingt ermöglicht werden (Raucherpausen sind ja auch geduldet). Angebote für Firmenfitness sind natürlich eine gute Ergänzung - Rückenschule, Yoga, Fitnessstudio, Outdoorsport, gemeinsame Wandertage - hier gibt es so viele Möglichkeiten die Mitarbeiter zu unterstützen und ihnen einen Mehrwert zu bieten. Steuerlich wird das sogar berücksichtigt. 
  • Gesundheitskultur im Unternehmen schaffen: Sport alleine wird die Gesundheitskennzahlen im Unternehmen nicht verbessern. Ein ganzheitliches Konzept aus Sport, sowie verhaltens- und verhältnisbezogener Verbesserungen muss her. Gesundheit sollte honoriert, anstatt belächelt werden. So wird allen Mitarbeitern auch während der Arbeitszeit das gesundheitsfördernde Verhalten erleichtert, was zur nachhaltigen Senkung der Fehlzeiten, einem gesteigerten Wohlbefinden der Arbeitnehmer und schlussendlich besserer Leistung und größerem Erfolg beiträgt.
  • Hirnfutter: Mit unserer täglichen Ernährung haben wir einen der größten Einflüsse auf die Gesundheit selbst in der Hand. Die richtige Ernährung erhält die Konzentration, vermeidet Mittagstiefs und versorgt den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen für Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Gibt es eine Kantine, sollte das Essensangebot eine gute Auswahl an frischen, qualitativ hochwertigen Lebensmitteln bieten. Schnitzel und Pommes oder Nudeln mit Käsesauce, sollten dabei nicht auf dem Speiseplan stehen, denn sie führen zu Trägheit und Konzentrationsproblemen. Obst und Gemüse als Snacks und frisches Wasser und / oder Tee ersetzen zwar keine Kantine, sind allerdings ein nettes Entgegenkommen, wenn es kein Essensangebot in der Nähe gibt. 
  • Pausenzeiten: Besonders wichtig für stressige und körperlich anstrengende Tätigkeiten: Feste Pausen einhalten, bzw. müssen Pausenzeiten in den Dienstplänen der Mitarbeiter vom Arbeitgeber eingeplant werden. Denn der Körper braucht nach ca. 120 Minuten Aktivität eine Erholungspause, sonst endet das Durcharbeiten irgendwann im kompletten Black Out und Burn Out.
  • Pausenraum oder Rückzugsort, vor allem bei stressigen Jobs, helfen dabei in der Pause auch wirklich neue Energie sammeln zu können und sich in der kurzen Zeit möglichst effizient von der Arbeit zu erholen.
  • Arbeitszeiten: Gleitzeit die eine besonders gute Lösung für Arbeitnehmer und - geber (falls möglich). Denn die Arbeitnehmer können so Privatleben und Beruf am besten verbinden und kommen besser gelaunt, erholt und leistungsfähig zur Arbeit.  Es sollte einen (finanziellen und/oder zeitlichen) Ausgleich für Feiertags, Wochenend, Spät - und Nachtdienste geben. Letzteres sollte vermieden werden, da das Arbeiten gegen den inneren Rhythmus die Gesundheit extrem belastet. Dienstplanwünsche sollten ohne Rechtfertigung eingebracht werden und faire Überstundenregelungen vertraglich vereinbart sein. Ausreichend zeitlicher Abstand zwischen Dienstende und Dienstbeginn sichert außerdem die Erholung in der Freizeit (und ist sowieso arbeitsrechtlich festgelegt, leider gibt es auch Unternehmen, die das nicht so wichtig nehmen).
  • Arbeitsbedingungen: Gehalt (reicht es grade so zum Leben oder sind Investitionen / Sparen möglich? Erhalten Männer & Frauen für die gleiche Position auch die gleiche Entlohnung), Urlaubsregelungen, Freiheit zur persönlichen/kreativen Entfaltung während der Arbeit aber auch im Privatleben, Einhalten von arbeitsrechtlichen Grundlagen, ausreichend Platz zum Arbeiten (Schreibtisch, Büro, Werkstatt), Sauberkeit und Ordnung am Arbeitsplatz, Qualität der Arbeitsmittel (Zustand und Schnelligkeit PC und andere technische Geräte, Schreibmaterial, Zustand und Vollständigkeit Werkzeug, Zustand Dienstwagen etc), Handhabung Schwangerschaft & Elternzeit bzw Wiedereinstieg, generell Veränderungen der Arbeitszeiten möglich? Werden Weiterbildungen ermöglicht oder sogar unterstützt?
  • Gute LichtbedingungenFilter für PC Bildschirme, die sich dem Verlauf des natürlichen Tageslichts anpassen (f.lux kann ich empfehlen), ausreichend Tageslicht in den Räumen und keine Leuchtstoffröhren/LED Lampen, sondern Glüh- oder Tageslichtlampen. Denn auch die Augen brauchen eine Pause von der Bildschirmarbeit - künstliches Licht in dem hohen Maße, wie es heute auf uns einwirkt (Handy, PC,  TV, Dauerbeleuchtung auf der Arbeit & zu Hause, Leuchtreklame etc.) gefährdet nicht nur die Augengesundheit, sondern bringt den körpereigenen Rhythmus und den Stoffwechsel extrem aus dem Gleichgewicht (mehr dazu  im Artikel "Tickst du noch richtig?"). 
  • Gutes Raumklima erhöht die Konzentration ebenfalls: Helle Räume, minimalistische Einrichtung (nicht zu voll gestellt), Ordentlich (ausreichend Stauraum für Ordner, Bücher, Schreibmaterial etc, sodass nicht alles offen herumliegt), Tageslicht, frische Luft und Pflanzen, die die Luft filtern und Farbe in den Raum bringen.
  • Stressbewältigung: Der persönliche Umgang mit Stress, wie Belastungen wahrgenommen werden und wie / ob ein Ausgleich stattfindet, ist sehr individuell und entscheidend für langfristige Gesundheit. Gesunde Stressbewältigung besteht aus mehreren Bereichen. So können Achtsamkeitsübungen & Meditation helfen, zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit zu kommen. Andere brauchen mehr Struktur,  ein besseres Zeitmanagement und müssen lernen Prioritäten zu setzen. Und wieder andere müssen an ihrem Mindset und ihrer inneren Einstellung arbeiten, um ihre Reaktionen auf Stress zu verändern. Mehr dazu kannst du im zweiteiligen Artikel "Gesunde Stressbewältigung" lesen. Angeleitete Kurse oder Workshops können für gesundes Stressmanagement ein Einstieg sein, sodass die Teilnehmer dies im Anschluss dann eigenständig weiterführen. 
  • Wertschätzung & Kommunikation: Führungsverhalten und Verhalten untereinander, Umgang mit Kritik, Ansprache von Problemen, Aufgabenverteilung gemäß der Stärken, Delegieren von Aufgaben usw. bieten oft Konfliktpotenzial. Workshops zur wertschätzenden Kommunikation können hier dem gesamten Team weiterhelfen, besser zusammen zu arbeiten und jedem Einzelnen dabei, sich wertgeschätzt und verstanden zu fühlen. Führen von Mitarbeitergesprächen in regelmäßigen Abständen, um Feedbacks zu geben / einzuholen, Stärken und Schwächen zu besprechen, Weiterbildungswünsche etc. - jeder Mitarbeiter erhält "ein Ohr" und fühlt sich ernst genommen und als wichtiger Bestandteil des Unternehmens. 
  • Arbeitskreis Gesundheit: Besteht aus Mitarbeitern des Unternehmens und bestenfalls einem Gesundheitsberater, der Tipps geben und moderieren kann. Hier werden bestehende Probleme angesprochen, der Bedarf für Maßnahmen geklärt und Ideen für mögliche Interventionen gesammelt. Nur der regelmäßige Austausch und der Vergleich von IST und SOLL halten die die Gesundheitskultur aufrecht. Die Ergebnisse werden der Geschäftsführung vorgelegt, die dann Maßnahmen zusammen mit dem Gesundheitsberater umsetzt.
  • Events zur Teambildung - Spaß in der Gruppe ist wichtig, um die Dynamik im Team zu erhalten oder zu verbessern. Gemeinsame Aktivitäten schaffen ein Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühl. Wir sind soziale Wesen und brauchen den Austausch auch abseits von Arbeitsgesprächen. So bietet es sich an, Gesundheitsförderung und Teamevents zu verbinden und gemeinsam aktiv zu sein. Dazu zählen auch Weihnachtsfeiern, das Feiern von Geburtstagen oder eine Feier zum Firmenjubiläum

Viele von diesen Maßnahmen sind ohne große finanzielle Investitionen umsetzbar. Alles was es dafür braucht, ist einen Verantwortlichen, der die Veränderungen ermöglicht, umsetzt und kontrolliert. 

 

Was daraus folgt

Ein geringer Krankenstand, weniger Kosten und mehr Produktivität - das Ziel eines jeden Arbeitgebers ist der Erfolg des Unternehmens. Den Grundstein dafür legen leistungsfähige und gesunde Mitarbeiter. 

 

Angebote zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung müssen dauerhaft geschaffen und für alle Bereiche von Bewegung, Ernährung über Entspannung bis zur Analyse der Umweltbelastungen und der Einbindung der Familie berücksichtigt werden. Nur dann, wenn Freizeit und Arbeit miteinander vereinbar sind, wird es realistisch eine erfolgreiche Gesundheitsförderung im Betrieb einzuführen und damit den Krankenstand zu senken.

 

Ist das erst mal aufwendig?  JA

Kostet das ganze erst mal Geld?  JA

Lohnt sich die Investition?  SELBSTVERSTÄNDLICH JA

 

Für was könnte man besser investieren, als in eine gesunde Zukunft?  Eine Zukunft in der die Mitarbeiter weiterhin gute Arbeit leisten, produktiv sind und dem Unternehmen zum Erfolg verhelfen? Die Frage beantwortet sich ja von selbst.

 

Zum Glück gibt es nicht nur die Einseitigen und veralteten Krankenkassenangebote zur Firmenfitness oder der betrieblichen Gesundheitsförderung. Wer offen für Neues ist und den Mitarbeitern einen wirklichen Mehrwert für die Gesundheit bieten will, der kooperiert mit einem kompetenten Berater, welcher nicht nur nach den Präventionsleitfäden der Krankenkassen arbeitet, sondern etwas über den Tellerrand hinausschaut.

 

Good Life Gesundheitsmanagement - Wenn alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen, weil sie sich fit und gesund fühlen, ist der Unternehmenserfolg garantiert

 

 

Wie Du siehst, wird die Gesundheit von vielen Faktoren beeinflusst und im Betrieb können Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam eine bessere Gesundheitskultur schaffen. Die Verbesserung der einzelnen Punkte von Lichtverhältnissen, einseitigen Belastungen über Stress und nährstoffarmer Ernährung sollten umgesetzt werden. Und dafür stehe ich als Berater zur Verfügung. 

 

Nimm mit mir Kontakt auf, wenn du dir ein Angebot für eine Zusammenarbeit wünschst, oder bewirb dich direkt mit deinem Unternehmen für ein Firmen Coaching. Ich freue mich auf deine Nachricht.

 

Bis bald und bewegte Grüße 

Chantal 

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