Getreide

Schon das Vater Unser beginnt mit den Worten "Unser täglich Brot gib uns heute", Jesus brach das Brot beim letzten Abendmahl und viele weitere Male wird Brot als Lebensmittel in der Bibel erwähnt. 

In Deutschland gibt es eine richtige Brotkultur, von klassischem Sauerteigbrot über die verschiedensten Abwandlungen zu Brötchen - viele Menschen können sich nicht vorstellen, es aus ihren Essgewohnheiten zu streichen. "Darauf kann ich nicht verzichten!", oder "Was soll ich denn sonst essen?", sind dann gängige Reaktionen, wenn das Thema Getreide bei der Ernährungsumstellung zur Sprache kommt. Und so ist es üblich, dass Kunden tag ein, tag aus als Hauptnahrung Getreide essen. In den letzten Jahren gibt es dazu eine "Gegenbewegung" und neben den klassischen Getreideprodukten findet man auch immer häufiger glutenfreie Alternativen. Menschen verzichten bewusst auf Gluten, weil es Probleme verursacht - so hört man. 

 

Aber was ist denn das Problem an Getreide, wird es doch schon seit tausend Jahren gegessen?

Herkunft

Getreide ist der Überbegriff für Pflanzen aus der Familie der Süßgräser. Die Körner dienen der gesamten Welt als Grundnahrungsmittel - der Anbau und die Herstellung sind billig und der Ertrag hoch, sodass viele Menschen damit gesättigt werden. Und so wird Getreide seit ungefähr 10.000 Jahren als Nahrungsmittel im nahen Osten genutzt, in Europa seit ca. 7.000 Jahren. Die Urformen die damals angepflanzt wurden waren Emmer, Einkorn und Gerste. Leider haben die heutigen Sorten nichts mehr mit den Ursprünglichen gemeinsam, dank gezielter Züchtung und Gentechnik für größere Ähren, stabilere Halme, Robustheit gegen Klima und Fressfeinde, mehr Ertrag und weniger Kosten. Welche Folgen diese zahlreichen Veränderungen für den Organismus haben, wurde dabei nie berücksichtigt. Das heutige Getreide ist schon lange keine natürliche Pflanze mehr.

Heute gibt es 7 übergeordnete Getreidesorten, wovon Mais, Reis und Weizen mit insgesamt 2,2 Millionen Tonnen im Jahr, am meisten produziert werden Weltweit. Mit insgesamt 10 % der Weltproduktion folgen die restlichen 4 Sorten: Roggen, Gerste, Hafer und Hirse. 

  • Weizen - Grünkern, Weichweizen, Kamut, Hartweizen, Emmer, Dinkel, Weizen
  • Roggen - Sommerroggen, Winterroggen, Roggen, Triticale
  • Gerste - Spelzgerste, Nacktgerste, Gerste, Graupen 
  • Hafer - Nackthafer, Hafer
  • Hirse - Japanhirse, Hirse, Braunhirnse, Teff, Sorghum
  • Reis - Roter Reis, Wildreis, Milchreis, Patna Reis, Paddyreis, Parboiled Reis, Jasminreis, Basmati Reis, Reis
  • Mais 

 

Vielleicht hast du schonmal den Begriff Pseudo Getreide gehört? Hierunter fallen Pflanzen, die zwar ähnlich wie Getreide verwertet werden können, allerdings nicht zur Familie der Süßgräser zählen und glutenfrei sind (auf die Gluten gehe ich weiter unten ein).

Zu den Pseudogetreiden gehören:

  • Buchweizen 
  • Amaranth 
  • Quinoa 
  • Chia Samen 
  • Hopfen (gehört wie Hanf, zur Gattung der Cannabaceaen, enthält aber kein THC ;-) )
  • Nutzhanf

Zusammensetzung

Bei der Verarbeitung von Getreide wird immer nur das Korn verwendet. Es besteht aus einer vielschichtigen Schale, dem stärkehaltigen Endosperm / Mehlkörper und dem Keimling zu dem auch das Scutellum / Mehlblatt gehört. Bei den meisten Getreidesorten wird die Schale beim Verarbeitungsprozess entfernt. Es bleibt der pure Mehlkörper übrig, der außer Stärke nur noch etwas Protein enthält. Das typische nährstoffarme Weißmehl.

 

Beim Vollkornmehl wird das Korn im Ganzen gemahlen, damit es haltbar bleibt, muss der Keimling allerdings hitzebehandelt oder entfernt werden. 

Gesundheitsorganisationen und auch viele Ernährungsberater predigen vom gesunden Vollkorn. Viele Menschen setzen also auf Vollkornmehl, Roggen oder Dinkel in der Vorstellung, sie treffen damit eine gesündere Wahl beim Backen oder beim Teigwareneinkauf.

Abwehrmechanismen der pflanze

Die wenigen Nährstoffe, die Vollkornmehl im vergleich zu Weizenmehl mehr enthält, kann unser Körper durch pflanzeneigene Abwehrstoffe kaum oder gar nicht aufnehmen. 

Pflanzen können bei Gefahr nicht flüchten oder kämpfen. Die Natur hat sich daher eine andere Abwehrreaktion überlegt. In den Schalen eines Pflanzensamens sind sogenannte Antinährstoffe wie Lektin, Phytinsäure und Protase Inhibitoren enthalten. 

 

 

Lektine

Lektine dienen der Pflanze als Botenstoff, Kohlenhydrattransporter oder Schutz vor Fressfeinden. Sie sind im Organismus in der Lage, sich an Blutkörperchen zu heften und diese zu verklumpen. Das machen Lektine aber nicht nur an Blutkörperchen, sondern an nahezu allen Zellen des Körpers. Viren nutzen diesen Fakt und verwenden Lektine, um sich an Darmzellen zu heften. So aktivieren sie das Immunsystem und führen u.a. zu Durchfall, Blähungen, einer erhöhten Darmdurchlässigkeit, Entzündungen und anderen Symptomen. Nimmst du dauerhaft höhere Mengen an Lektin auf, weil du zb täglich mehrere Portionen Getreide isst, ist dein Immunsystem ständig aktiv und reagiert mit unterschwelligen Entzündungsreaktionen. Stell dir vor dein Körper schickt von seinen 1000 Soldaten, die eigentlich Unruhestifter (ernsthafte Krankheitserreger) bekämpfen sollen, immer einige Soldaten los, weil dauerhaft irgendwo falscher Alarm ausgelöst wird. Die Abwehrtruppe ist also nie mit 1000 Mann voll einsatzbereit, wenn wirklich mal ein Notfall herrscht - du bist krankheitsanfälliger. Eine Entzündung ist eine normale Reaktion deines Immunsystems auf Viren oder fremde Bakterien. Eine dauerhafte und langanhaltende Entzündung oder ein zu durchlässiger Darm allerdings nicht. Weitere Folgen sind dann entzündliche Erkrankungen wie Neurodermitis, Asthma, Arthritis, Autoimmunerkrankungen, psychische Erkrankungen und mehr.

Phytinsäure

Phytinsäure dient Pflanzen wie Getreide, Hülsenfrüchten und Nüssen als Nährstoffspeicher und ist wichtig für das Wachstum des Keimlings und damit einer neuen Pflanze. Diese Mineralstoffbindung ist zwar für die Pflanze nützlich, im Darm, in dem die Nährstoffe in die Blutbahn aufgenommen werden sollen, jedoch nicht. Mit der Nahrung aufgenommene Phytinsäure bindet Nährstoffe und verhindert so deren Aufnahme. Sie werden einfach wieder ausgeschieden. Von der Natur sehr schlau gelöst: die Art der Pflanze kann weiter fortgeführt werden, sogar an einer neuen Stelle und der Dünger wird direkt mitgeliefert. 

 

Und da besonders in der Pflanzenschale diese Abwehrstoffe eingelagert sind, ist Vollkorn nicht besser als Weißmehl. 

Denn wenn das volle Korn verarbeitet wird, bleiben natürlich auch diese Antinährstoffe im Mehl enthalten und bei regelmäßigem Verzehr ohne gleichzeitige ausreichende Aufnahme von Gemüse und Obst entstehen Immunreaktionen, Entzündungen und Nährstoffmängel.

Knusprig, fluffig, klebrig

Brot und Brötchen müssen heutzutage ganz besondere Kriterien hinsichtlich des Aussehens, des Geschmacks und der Backeigenschaften erfüllen. Außen möglichst kross und knusprig, innen weich, mit Luftblasen durchzogen und ganz fluffig. Und wir sind irgendwie süchtig, nach dieser Konsistenz, dem Geruch und dem Geschmack von frischen Brötchen, Brot, Kuchen und Stückchen.

 

Gluten

Und genau für diese Backeigenschaften ist das Klebereiweiß aus Getreide, das Gluten verantwortlich. Es sorgt dafür, dass der Teig aufgehen kann und nach dem Backen seine Form behält. Es wirkt wie der Name schon sagt, wie Kleber. Dieser Kleber kann und wird sogar ganz gezielt zusätzlich dem Teig beigemischt, um das Backergebnis zu beeinflussen, was dazu führt, dass der Glutengehalt in Lebensmitteln heute viel höher ist, als früher. Es wird für Marketingstrategien genutzt, um z.B. "Eiweißbrot" zu verkaufen - denn Gluten ist ein Protein und wird dem Brot dann zusätzlich beigemischt, um den Eiweißanteil zu erhöhen. 

 

Im Getreide ist Gluten das Speicherprotein und versorgt den Pflanzensamen mit Energie beim Wachstum. Außerdem dient es wie Phytinsäure und Lektin auch als Abwehrmechanismus vor Fressfeinden und sabotiert die Verdauung, denn es ist für uns schlecht verdaulich, womit es im Darm schaden anrichten kann. Es hemmt die Verdauung anderer Proteine und damit die Nährstoffaufnahme insgesamt. Gluten führt zu einem durchlässigen Darm (Leaky Gut), aktiviert damit das Immunsystem, löst Entzündungsreaktionen und Allergien aus. Es besteht aus Gliadin und Glutenin und dabei ist es hauptsächlich das Gliadin, welches die vielen körperlichen Reaktionen hervorruft. 

 

Ich behaupte mal bei 8 von 10 Bäckern findet man den klassischen Sauerteig nicht mehr. Den wirklich selbst gemachten, der über mehrere Tage angesetzt wird und zwischendurch Zeit zum gehen bekommt. Denn das ist auch der springende Punkt: ein klassischer Sauerteig braucht Zeit und Ruhe, um zu arbeiten. Zeit, die in der Lebensmittelindustrie nicht investiert wird. Dort gibt es lange Backstraßen und alles ist vollautomatisiert, damit die Ware möglichst effizient produziert werden kann. Das Handwerk geht nach und nach verloren und damit auch die traditionelle Herstellung. Zusätzlich werden die Backwaren mit Hilfsmitteln wie Weizenprotein alias Weizenkleber alias Gluten vermischt, um das Backergebnis noch weiter zu verbessern. 

 

Folgen dieser Denaturierung der Lebensmittel gibt es dann zuhauf: Unverträglichkeiten, Verdauungsprobleme, Allergien, Entzündungen uvm.. Vor 50 Jahren war der glutengehalt in Lebensmitteln noch geringer, sodass unsere Großeltern diese Probleme nicht kannten. Die längere Herstellung des Sauerteiges sorgte nämlich dafür, dass Bestandteile wie Gluten und Lektine durch Bakterien während dem Gehen lassen zersetzt werden. Dieser Fermentationsprozess hat das Brot besser verdaulich gemacht und wurde auch bei anderen Lebensmitteln genutzt (z.B. Hülsenfrüchten). 

 

Glutengehalt in Lebensmitteln

Lebensmittel Glutengehalt pro 100g
Weizenmehl Typ 1050 8,7 g
Weizenvollkornmehl 8,3 g
Roggenmehl 3,3 g
Dinkelmehl 10,3 g
Haferflocken 5,6 g
Helles Brötchen 9,2 g
Toastbrot 6,9 g
Roggenmischbrot 3,3 g

 

Bei den Mengenangaben solltest du beachten, dass sie sich immer auf 100g eines Lebensmittels beziehen. Beim Backen werden meist bis zu 500g Mehl verwendet. Eine Scheibe Brot oder ein Brötchen wiegen ebenfalls mehr als 100g.

Die höchsten Glutenwerte finden sich in den Gruppen von Weizen und Gerste. Glutenfrei sind Mais, Reis und Pseudogetreide. Heute wird Gluten sogar als separater Zusatzstoff in der Lebensmittelindustrie verwendet, um die Eigenschaften eines Produktes zu verbessern oder "Fitness-" oder "Eiweißbrot" herzustellen. In der Industrie fällt Gluten als Abfallprodukt in der Produktion von Stärke oder Traubenzucker an. Ein Abfallprodukt, dass dann weiter verarbeitet wird und den Glutengehalt in Lebensmitteln erheblich steigert. 

der schaden beginnt im darm

Dein Darm bildet die Barriere zwischen Außenwelt und Körperinnerem. Nur ganz bestimmte Stoffe dürfen die Darmschleimhaut passieren und damit in die Blutbahn gelangen. Kleine Zotten, die Mikrovilli vergrößern die Aufnahmefläche für Nährstoffe. Durch sie werden kleinste Nahrungsbestandteile über den transzellulären Transport aufgenommen. Zwischen den Darmzellen sitzen sogenannte Tight Junctions (enge Verbindungen), welche unter normalen Umständen nur wenige Stoffe passieren lassen. Zonulin wirkt hier wie ein Türöffner und wird durch Gliadin (Bestandteil von Gluten) aktiviert.

 

Die Tight Junctions und damit die Darmbarriere werden geöffnet. Damit steht die Tür zum Körperinneren für Toxine, Schadstoffe, schädliche Bakterien und große Nahrungsbestandteile offen - Fremdkörper, die normalerweise abgewehrt werden, gelangen in die tieferen Schleimhautschichten oder die Blutbahn. Der Körper reagiert mit einer Abwehrreaktion des Immunsystems. 

 

Isst du nun dauerhaft Getreide, führt das zu einer dauerhaften Öffnung der Tight Junctions woraus sich ein Leaky Gut (löchriger Darm) entwickeln kann. Das bedeutet, auch ohne die Wirkung von Gliadin ist der Darm durchlässiger und wehrt Fremdkörper nicht mehr effektiv ab. Das kann soweit führen, dass die Mikrovilli durch körpereigene Abwehrstoffe zerstört werden und die Darmschleimhaut entzündet. 

 

Diese heftige Reaktion stellt eine Autoimmunerkrankung dar, bei der der Körper eigenes Gewebe angreift. Bei diesem Krankheitsbild der Zöliakie lösen bereits kleinste Mengen Gluten Bauchkrämpfe und Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung aus. Allerdings gibt es auch andere Symptome, die viel unscheinbarer sind wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Infektanfälligkeit, Verdauungsbeschwerden, Benommenheit oder Hautveränderungen. Die diagnostizierten Fälle der Zöliakie betragen gerade mal um die 2000 Patienten. Die Dunkelziffer ist weitaus höher, denn viele Betroffene und auch Ärzte führen die vielseitigen Beschwerden nicht auf das Gluten zurück.

 

 

Eine ständige Öffnung der Tight Junctions, bzw. das sich daraus entwickelnde Leaky Gut führt zu weiteren Folgen, auch außerhalb des Darms: 

 

  • Autoimmunerkrankungen (Diabetes Typ 1, Zöliakie, Morbus Crohn, Collitis ulcerosa, Multiple Sklerose, Rheuma, Hashimoto)
  • Psychische Erkrankungen
  • Allergien 
  • Reizdarmsyndrom 
  • Fettleibigkeit 
  • Metabolisches Syndrom
  • Nichtalkoholische Fettleber 
  • Vorstufen zu weiteren Erkrankungen (z.B. Krebs) werden gefördert

 

Ein Leaky Gut äußert sich auf viele Weisen: 

  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit 
  • Gelenk- und Muskelschmerzen 
  • Kopfschmerzen
  • Energielosigkeit 
  • Leistungsschwäche 
  • Depressionen und Stimmungsschwankungen 
  • Magen Darm Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Bauchkrämpfe, Magenschleimhautentzündungen, Reflux 
  • Hohe Infektanfälligkeit 
  • Nährstoffmangel 

 

Auch Stress, Umwelteinflüsse, die Art wie du zur Welt gekommen bist, die Beschaffenheit deiner Darmflora, bisherige Erkrankungen und Medikamenteneinnahme können zu einem Leaky Gut führen!

 

 

Bauchhirn

In deinem Körper kommuniziert alles miteinander und beeinflusst sich gegenseitig. Besonders spannend und "neu" ist die Verbindung zwischen Darm und Gehirn über den Vagus Nerv und über Botenstoffe, die vom Darm an das Gehirn gesendet werden. In den letzten Jahren gab es viele Studien zu dieser Verbindung, hier ein paar spannende Fakten:

 

  • Geht es deinem Darm nicht gut, geht es dir nicht gut - Deine Darmflora hat eine direkte Auswirkung auf dein psychisches Wohlbefinden (unter anderem durch Bildung von Neurotransmittern wie Serotonin)
  • Du beeinflusst deine Darmflora über deine Lebensweise - Ernährung, Umwelteinflüsse, Stress, Medikamente, aber auch die eigene Geburt & ob du gestillt und geimpft wurdest haben Einfluss auf deine Darmflora 
  • Darmbakterien steuern dein Essverhalten - Isst du viel Zucker und verarbeitetes, verlangen deine Darmbakterien und damit dein Gehirn nach mehr davon 
  • Darmbaktieren übernehmen wichtige Stoffwechselfunktionen - Sie produzieren Hormone und Botenstoffe, sowie Fettsäuren, die die Darmwand nähren
  • Darmbakterien sind Teil deines Immunsystems und bilden eine Abwehrtruppe gegen Krankheitserreger, hast du eine Grippe oder Infektion wird dein Körper lahmgelegt. Entzündungsfördernde Botenstoffe gelangen vom Darm in den gesamten Körper, auch ins Gehirn und machen dich so Handlungsunfähig. Kurzfristig wichtig, um zu Genesen. Langfristig nicht gut. Aus chronischen Entzündungen werden so Depressionen und andere Erkrankungen.
  • Dumm wie Brot - Dein Gehirn ist von deinem Körper durch eine Blut-Hirn-Schranke getrennt. Aus gutem Grund - in die Schaltzentrale dürfen eigentlich nur ganz bestimmte Stoffe. Eine verschobene Darmflora öffnet die Barriere und macht das Gehirn angreifbarer für alle möglichen Bakterien, Viren und Giftstoffe... 
  • Bauchgefühl - Deine Emotionen und Gedanken lösen Reaktionen im ganzen Körper durch Hormonbotschaften aus. Machst du dir psychischen Stress reagiert dein Körper mit der Ausschüttung von Cortisol - kurzfristig wichtig, dauerhaft entzündungsfördernd und Darmflora verändernd
  • Darmgesundheit = Gehirngesundheit - Forscher fanden heraus, dass bei Autismus, Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen die Darmflora massiv gestört ist. Wurde diese wieder ins Gleichgewicht gebracht, linderten sich auch die Krankheitssymptome

Was hat das jetzt mit Gluten zu tun? So einiges. Denn wenn Gliadin deinen Darm schleichend kaputt macht, dann führt das durch die übergreifende Verbindung auch zu Folgen im restlichen Körper und im Gehirn. Psychische Erkrankungen wie Alzheimer, Depressionen, Multiple Sklerose, Autismus, Epilepsie usw. aber auch Allergien, Autoimmunerkrankungen und Krebs könnten ihre Anfänge in entzündlichen Prozessen haben und diese beginnen im Darm. Bei jeder Erkrankung ist dein Immunsystem beteiligt. Immer.

 

Untersuchungen konnten zeigen, dass bei 50 % Autismus und Down Syndrom Patienten eine Glutenintoleranz vorliegt. Wurde Gluten aus der Ernährung gestrichen, linderten sich auch die Krankheitssymptome. 

Brain fog

Du kennst das bestimmt auch: Nach einer Portion Nudeln, Pizza oder anderen Weizengerichten, bist du so richtig träge und müde. Eigentlich wäre jetzt ein Schläfchen ganz gut. Konzentriert und fokussiert arbeiten? Geht eher schlecht. Du bist wie benebelt - der sogenannte Brain Fog tritt nach hohem Kohlenhydratkonsum ein, bzw. ist mit schlechter Ernährung ein dauerhafter Begleiter. Dein Körper ist voll und ganz mit der Verdauung beschäftigt und benötigt dort die meiste Energie. Muskel- und Denkleistungen sind jetzt erstmal hinten angestellt. Hat dein Körper alles verdaut, dauert es nicht lange, bis du wieder Heißhunger bekommst und erneut auf die Suche nach Zucker gehst. 

 

Das Gliadin aus dem Weizen löst über die Darm-Hirn Achse auch Reaktionen in deinem Gehirn aus. Gliadin wird im Darm zu Exorphinen zerlegt, die im Gehirn an Opiatrezeptoren binden. Das sind die selben Rezeptoren, die auf Opioide, wie Heroin, Morphin und Oxytocin reagieren. Und so führt Weizen zu Euphorie, gesteigertem Appetit, Heißhunger und macht träge. Wir sind süchtig nach mehr und Essen weiter. Werden diese Rezeptoren durch Opiatblocker besetzt, sodass die Exorphine dort nicht andocken und eine Reaktion auslösen können, sinkt die Kalorienaufnahme um 400 kcal. 

 

 

Weizenwampe

Weizen steigert also die Kalorienaufnahme, durch die Wirkung von Gliadin bzw. Exormorphinen im Gehirn. EIne höhere Energieaufnahme ohne ausgleichende Bewegung führt langfristig zu Gewichtszunahme. Und da wird keine Muskulatur aufgebaut, sondern Fett. 

 

Kohlenhydrate werden im Körper zu Glucose (= Traubenzucker) verarbeitet. Glucose dient dem Körper als Energielieferant. Muskeln und Leber können Glucose speichern, wenn diese aus der Nahrung zugeführt wird.

Wenn du trainierst, joggen gehst, Rad fährst, aber auch wenn du Denksport betreibst oder schläfst, verbraucht dein Körper Glucose, um Energie zu produzieren. Je nachdem wie sehr du dich anstrengst, mehr oder weniger davon. Dabei versorgt die Leber deine Organe über die Blutbahn mit Glucose und deine Muskulatur versorgt sich selbst. Sie braucht Glucose allerdings auch nur, wenn sie genutzt wird. Bewegst du dich wenig, verbraucht deine Muskulatur weniger Glucose und braucht auch keinen Energienachschub. 

 

Sind die Glucosespeicher in Leber und Muskeln voll (und das sind sie, wenn du regelmäßig Kohlenhydrate isst und dich wenig bewegst), speichert der Körper natürlich trotzdem die zugeführte Energie. Aus evolutionärer Sicht wird hier nichts verschwendet! Es könnte ja wieder eine Notsituation eintreffen. Also wird die Glucose in Fett umgewandelt und im Fettgewebe gespeichert. Denn dieser Speicher kann sehr viel mehr Aufnehmen, als Leber und Muskulatur.

 

Dabei wächst der Bauch und baut Fett auf, das um die Organe liegt. Dieses Bauchfett ist extrem gefährlich, denn es entzündet sich und gibt entzündungsfördernden Proteine in die Blutbahn ab. Die bestehende Entzündung, die vom Darm ausgeht, wird also durch das Körperfett noch verstärkt und die gesundheitlichen Folgen angefeuert. Der ganze Körper steht in Flammen. Und dann bekommst du die Empfehlung statt Weißmehl Vollkornmehl zu essen. Denkst du immer noch, dass das eine gute Alternative darstellt?

Fazit

Getreide ist ein sehr beliebtes Nahrungsmittel. Es zählt zu den Hauptnahrungsmitteln der ganzen Welt und ist für viele Menschen nur sehr schwer wegzudenken. Leider steht dahinter eine sehr große Wirtschaft, die lediglich die ständige Optimierung des Ertrages und damit der Einnahmen im Sinn hat, ohne auch nur einen Gedanken an die gesundheitlichen Folgen zu verschwenden. 

Menschen, die eigentlich Aufklären und Wissen vermitteln, sowie zu einer besseren Gesundheit beitragen sollen, empfehlen munter Vollkorn statt Weißmehl und geben damit keine gute Alternative, denn die Wirkung im Körper ist nahezu identisch - Leaky Gut, Entzündungen, Unverträglichkeiten, Allergien, Autoimmunerkrankungen, psychische Erkrankungen, Krebs uvm. ergeben sich aus jahrelanger Fehlernährung mit Getreide, Milch und minderwertigem Fleisch. Viele Gesundheitsorganisationen und öffentliche Stimmen wollen den Menschen weis machen, dass ihnen nur die Bewegung fehle - wir sitzen zu viel. Das ist auch richtig, aber eben nur ein Punkt, von vielen, der zu den hohen Zahlen an Übergewicht, Diabetes, Krebs usw. führt.

 

Getreide liefert dir keine nennenswerten Nährstoffe, sondern führt eher noch dazu, dass Nährstoffe aus anderen Lebensmittel nicht optimal aufgenommen werden können. Dein Darm wird durch langjährigen Getreidekonsum geschädigt und das hat Folgen für deinen restlichen Körper und deine Gesundheit. 

Natürlich wirst du von einer Scheibe Brot oder einem Stück Kuchen nicht gleich krank - die Dosis macht das Gift. Allerdings essen die meisten Menschen mehrmals am Tag mehrere Produkte in denen Getreide oder auch reines Gluten (Weizenkleber, Weizenprotein) verarbeitet ist und provozieren damit auch mehrmals am Tag die geschilderten Reaktionen im Körper. Wenn dein Körper gesund ist, ist er toleranter gegenüber Giften und Schadstoffen. Nicht sofort, aber schleichend entwickeln sich dann auch die aufgeführten Probleme. Und mit 40 oder 50 bekommen viele dann die ersten chronischen Erkrankungen. Das ist eben mit dem Alter so?

 

Nein, das ist nicht normal.

 

Meine Empfehlungen für dich

  1. Vermeide Getreide und Produkte die daraus verarbeitet werden, vor allem wenn du bereits gesundheitliche Beschwerden hast
  2. Wenn du Brot essen willst, dann mach es selbst - nutze dafür alte Sorten wie Emmer, Einkorn oder Roggen (Biomarkt / Reformhaus) und mach dir daraus traditionelles Sauerteigbrot 
  3. Nutze alternativ Maniok- oder Mandelmehl zum backen 
  4. Wenn du hohe Kohlenhydratmengen isst, achte auf ausreichende Bewegung - Zucker musst du dir verdienen 
  5. Tu deinem Darm etwas gutes und vermeide stark verarbeitete Lebensmittel, Milch und zugefügten Zucker 
  6. Reduziere Stress und sorge für ausreichend Entspannung 
  7. Iss probiotische Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, saure Gurken etc. (auf die Herstellung achten oder selber machen, darf nicht erhitzt sein)  
  8. Beilage beim Essen sollte vor allem viel unterschiedliches Gemüse sein - dazu gutes Öl und Protein - du hast nach dem Essen Energie, bist satt und der Brain Fog bleibt aus 
  9. Verzichte auch auf glutenfreie Alternativen aus dem Supermarkt, denn sie sind leider ebenfalls kein Lebensmittel, die dir Nährstoffe liefern. Zwar wird dafür kein Getreide verwendet, allerdings andere Minderwerte Mehle (z.B. Maismehl)

Ich bin gespannt auf dein Feedback! Schreib mir eine Nachricht oder hinterlass einen Kommentar. Schau dir meine Rezepte für alternative Mahlzeiten ohne Getreide an oder nimm Kontakt zu mir auf, wenn du mehr Unterstützung bei deiner Umstellung brauchst. 

 

Viele Grüße

Chantal 


Quellen 

Taschenatlas Ernährung (2015). Biesalski, H. & Grimm, P. Georg Thieme Verlag: Stuttgart

Die Weizenwampe (2014).  Dr. William Davis. Wilhelm Goldmann Verlag: München

https://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/lectine/5271

https://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/lektine-sind-schaedlich/

https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/lebensmittel/getreide/pwiewarenkundegetreide100.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Getreide

https://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/warum-getreide-ungesund-ist/

https://autoimmunportal.de/gluten/

https://www.functional-basics.de/gesunde-ernährung/antinährstoffe/

https://www.functional-basics.de/darm-hirn-verbindung/

https://www.reizdarmtherapie.net/2015/04/28/sauerteig-macht-gluten-unproblematisch/

https://www.kern.bayern.de/mam/cms03/themen/bilder/flyer_gluten.pdf

https://www.dzg-online.de/das-krankheitsbild.364.0.html

Getreide und Autismus: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27286693

Glutenintoleranz bei Autismus & Down Syndrom https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30141790

Gliadin führt zu DNA Schaden https://www.dldjournalonline.com/article/S1590-8658(18)30807-7/pdf

Bakterien bilden Vorstufen zu Blutkrebs: https://www.openscience.or.at/de/wissen/genetik-und-zellbiologie/2018-05-30-wie-bakterien-blutkrebs-ausloesen-koennen/

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