Kosmetik - Deine Haut isst mit

 

 

Wenn wir von Gesundheitsförderung sprechen geht es häufig um Bewegung, Stressmanagement, guten Schlaf und gesunde Lebensmittel. Wir tun alles dafür, unserem Körper das Beste zu geben, damit er optimal arbeiten kann. Natürlich auch, um gut auszusehen. Dafür greifen wir auf allerhand kosmetische Produkte zurück - Duschgel, Shampoo, Deo, Parfüme, Cremes und Make Up. 

Aber hast du schonmal darüber nachgedacht, dass auch in diesen Produkten Stoffe enthalten sein können, die deinem Körper schaden? 

 

Sie sind nicht zu unterschätzen, denn deine Haut isst mit. Sie kann Stoffe aufnehmen und hat ebenfalls eine Barriere, so wie unser Mund, die Lunge oder der Darm. Wird diese Barriere geschädigt, zB durch Chemikalien, dann ist damit das Tor für Pathogene offen. Eine Immunreaktion und Entzündungen sind die Folge. Vor allem bei entzündlichen Hauterkrankungen, Allergien, Rötungen und Akne versuchen Betroffene die Stellen mit Kosmetika zu verdecken und / oder der Haut mit allerhand Cremes gutes zu tun. Häufig ist aber das Gegenteil der Fall und ein Teufelskreis entsteht.

 

 

Auch bei einem Tattoo reagiert unser Immunsystem, denn die Farbstoffe sind ja auch ein Fremdkörper, der eigentlich nichts in unserem Organismus zu suchen hat. Sie bleiben nicht komplett in der Haut, sondern werden durch Immunzellen aufgenommen (weshalb Tattoos über die Jahre auch verblassen) und über das Lymphsystem transportiert. Ein Drittel der Farbmenge wandert durch den Körper und kann sich in Lymphknoten oder in der Leber absetzen.

 

 

Der Körper kann sehr effektiv Stoffe über die Haut aufnehmen. Das macht man sich zum einen in der Medizin zunutze. Medizinische Salben (z.B. Cortisonsalbe) oder Pflaster (z.B. Testosteronpflaster) wirken gezielt über die hohe Aufnahmefähigkeit der Haut. Ebenso werden aber auch unerwünschte Stoffe aufgenommen – wie Tattoofarbe oder hunderte verschiedene Inhaltsstoffe aus Kosmetikprodukten.

 

Jede Tagescreme, jedes Duschgel, jedes Deo und jedes Haarshampoo liefern zahlreiche Substanzen, die tagtäglich mit Deiner Haut in Kontakt kommen und aufgenommen werden. Über Kosmetik kannst Du Deine Haut mit wertvollen Nährstoffen, also positiver “Nahrung” versorgen. Oder Du kannst sie Stück für Stück mit hormonell aktiven Substanzen, Silikonen, Parabenen und Mineralölen belasten.

 

 

 

Die Liste der schädlichen Substanzen ist lang. Ein paar der gängigsten möchte ich dir hier einmal aufzeigen, damit du ein imaginäres Warnsignal hörst, wenn du sie das nächste Mal auf einer Verpackung liest.

 

Parabene

In Kosmetika und Pflegeprodukten oft als Konservierungsstoffe zu finden. Sehr viele herkömmliche Produkte enthalten Paraben-Verbindungen – vom Shampoo bis zur Zahnpasta. Die Säure hat eine antibakterielle Wirkung und sorgt dadurch für eine lange Haltbarkeit von Cremes, Lippenstiften, Duschlotionen und Sonnenmilch.

 

 

Das Problem: Parabene stehen als Inhaltsstoff in Kosmetik im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Das bedeutet, sie können im Körper so ähnlich wirken wie Hormone – häufig ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen und können damit u.a. zu einer Östrogendominanz beitragen und den Zyklus aus dem Gleichgewicht bringen.

 

Duftstoffe

 

Weil wir alle gerne gut riechen – und unseren natürlichen Körpergeruch überdecken –, enthalten fast alle Bodylotions, Duschgels, Deodorants usw. Duftstoffe. Diese werden in der Regel ganz harmlos deklariert, meist als „Parfum“ oder „Fragrance“. Viele Duftstoffe gelten allerdings als bedenklich für die Gesundheit, weil sie Allergien auslösen oder verstärken können.

 

Lediglich 26 Duftstoffe, die als besonders allergieauslösend gelten, müssen ab einer bestimmten Menge in der Inhaltsstoffliste explizit genannt werden – das betrifft zum Beispiel:

  • Eugenol
  • Cinnamal
  • Citral
  • Limonene
  • Coumarin
  • Citronellol
  • Farnesol

Achtung: Bedenkliche Duftstoffe kommen nicht nur in konventioneller Kosmetik als häufige Inhaltsstoffe vor, sondern auch in Naturkosmetik. Einige als besonders allergen geltende Duftstoffe wie beispielsweise Coumarin, Citral oder Linalool finden sich sogar recht häufig in Naturkosmetik-Produkten. Am besten also auch bei Naturkosmetik auf duftstofffreie „Sensitiv“-Produkte setzen.

 

Tenside / Emulgatoren

 

Polyethylenglykol, kurz PEG, und PEG-Derivate sowie Sodium-Lauryl-Sulfate werden als Tenside oder Emulgatoren beispielsweise in Shampoo und Zahnpasta verwendet; sie kommen in sehr vielen Kosmetikprodukten zum Einsatz. Es sorgt dafür dass diese Produkte so schön schäumen.

 

Problematisch sind diese Zusätze vor allem für unsere Haut, denn sie wird dadurch durchlässiger. Dadurch nimmt sie zwar Pflegestoffe besser auf, aber auch alle anderen Chemikalien, die in Duschgel und Creme enthalten sind. Dass eine zu durchlässige Barriere nicht so gut ist, habe ich hier und hier schonmal beschrieben. Eine offene Barriere macht anfälliger für Reizungen, Entzündungen und Allergien.

PEG und PEG-Derivate in Kosmetik erkennst du auf der Inhaltsstoffliste an der Abkürzung „PEG“ in Verbindung mit einer bestimmten Zahl (zum Beispiel PEG-8, PEG-15, PEG-32) an einem „-eth“ im Namen eines Stoffes. (zum Beispiel Sodium Laureth Sulfat).

 

In zertifizierten Naturkosmetik-Produkten sind PEG/PEG- Derivate und Sodium-Lauryl-Sulfate nicht zugelassen.

 

Aluminium

 

Die Aluminiumsalze in den Antitranspiratien verschließen die Poren und hemmen so den Schweißfluss. Durch permanent verstopfte Poren kann ein Schweißstau entstehen, der Hautreizungen und Juckreiz auslösen kann. Noch bedenklicher ist allerdings: Aluminium kann durch die Haut in den Körper gelangen – insbesondere durch gereizte oder verletzte Haut, etwa nach der Rasur.

 

Aluminium gilt als nervenschädigend und steht im Verdacht, reproduktionstoxische Wirkungen (d.h. Wirkungen auf Fruchtbarkeit und Föten im Mutterleib) zu haben.

 

Mineralöle

 

Erdöl ist in irgendeiner Form in extrem vielen Kosmetik- und Pflegeprodukten enthalten. Denn: Viele Inhaltsstoffe werden auf Basis von Erdöl hergestellt. Es ganz zu vermeiden ist daher vor allem in herkömmlicher Kosmetik schwierig.

 

Erdöl ist vor allem aufgrund der zunehmend riskanten Förderung und Verwertung äußerst problematisch für die Umwelt. Als Bestandteil von Pflegeprodukten kann es außerdem hautschädigend sein: Die Haut wird „abgedichtet“, kann nicht atmen und trocknet erst recht aus. Sie wirkt so zwar glatt und weich, erhält aber keine echte Pflege. Zudem nimmt die Haut auch hier wieder Bestandteile des Öls auf, welches sich dann im Körper ansammeln und zu Entzündungen führen kann.

 

Du erkennst Mineralöle an den Namen

  • Paraffinum Liquidum
  • Isoparaffin
  • (Microcrystalline) Wax
  • Vaseline
  • Mineral Oil Petrolatum
  • Cera Microcristallina Ceresin
  • Ozokerite

Mikroplastik

 

Dass Mikroplastik als Inhaltsstoff in Kosmetik ein Problem ist, hat sich in den vergangenen Jahren herumgesprochen. Dennoch kommt es noch immer häufig vor. Bei Mikroplastik handelt es sich um winzige Kunststoffpartikel, die viele Kosmetikhersteller ihren Produkten zusetzen – etwa als kleine Kügelchen im Peeling oder als Füllstoffe.

 

Übereinstimmend raten Greenpeace und BUND von folgenden Inhaltsstoffen in Kosmetika ab:

  • Acrylate Copolymer (AC)
  • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12)
  • Polyacrylate (PA)
  • Polymethylmethacrylate (PMMA)
  • Polyethylene (PE)
  • Polyethylenterephthalate (PET)
  • Polypropylene (PP)
  • Polystyrene (PS)
  • Polyurethane (PUR)

Andere synthetischen Polymere in Kosmetikprodukten wie

  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Polyquaternium (PQ)
  • Polyacrylate (PA)

haben dort ebenfalls nichts zu suchen.

 

UV Blocker

Viele chemische UV-Filter gelten als bedenklich: Sie stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein, Allergien auslösen zu können und/oder sogar krebserregend zu sein.

 

Der UV-Filter Benzophenone beispielsweise wurde von der IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung) als möglicherweise krebserzeugend eingestuft und verursachte im Tierversuch Veränderungen des Hormonsystems (endokriner Disruptor). Zudem kann die Chemikalie, wenn sie etwa mit der Sonnencreme ins Meer gelangt, Korallen schädigen.

 

Auch die UV-Filter Ethylhexyl Methoxycinnamat und 4- Methylbenzylidene Camphor zeigten im Tierversuch eine hormonelle Wirkung. Für die UV-Filter Homosalate und Octocrylene wurde im Zellversuch ebenfalls eine hormonelle Wirkung nachgewiesen. Auch Isoamyl Methoxycinnamate und Octyl Methoxycinnamate stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein.

 

Chemische UV-Filter stecken unter anderem hinter den Bezeichnungen

  • Benzophenone-3
  • Benzophenone-4
  • Benzophenone-5
  • Ethylhexyl Methoxycinnamat
  • Octocrylene
  • Homosalate
  • Isoamyl Methoxycinnamate
  • Octyl Methoxycinnamate
  • 4-Methylbenzylidene Camphor
  • Butyl Methoxydibenzolmenthane
  • Ethylhexyl Dimethyl PABA

 

Die einfachste Weise sich vor Sonnenbrand zu schützen, ist sich moderat der Sonne auszusetzen. Am besten sobald sie wieder stärker im Frühjahr scheint mindestens 30 Minuten am Tag mit so viel freier Haut wie möglich. Das ist nicht nur wichtig, um die Pigmentierung anzuregen (Braun werden ist der Schutzmechanismus der Haut vor UV Strahlung), sondern auch um Vitamin D zu bilden. 

 

Weiterhin eigenen sich Öle wie Kokos- oder Avocadoöl dann aufgetragen auf die Haut als Sonnenschutz.

 

Gewissheit auf einen Blick

Mit der App Codecheck kannst Du im Drogeriemarkt die Strichcodes von Kosmetika, Reinigungsmitteln und ähnlichen Produkten scannen und Dir die Inhaltsstoffe anzeigen lassen. Bei schädlichen Inhaltsstoffen gibt die App eine Warnung heraus. Mach das doch auch mal mit den Produkten die du so zu Hause hast - ich war zu Beginn echt erschrocken, was ich mir da täglich auf die Haut schmiere und habe radikal aussortiert. 

 

Was ist die Alternative?

 

Nur noch mit klarem Wasser duschen, Waschen und putzen und nie wieder Make Up benutzen?

Kannst du machen, musst du aber nicht. ;-) 

 

Es gibt so viele tolle Naturkosmetik Hersteller, die sowohl ökologisch und nachhaltig Produzieren, als auch mit hochwertigen Inhaltsstoffen arbeiten, die wirklich deine Haut nähren. Bedenke, dass auch Reinigungs- und Waschmittel häufig aggressive Duftstoffe und andere Zusätze enthalten, die deiner Haut schaden. 

 

Leider gibt es auch zwischen den Produkten der Naturkosmetik große Unterschiede. Ich selbst habe auch noch nicht das Optimum gefunden und probiere noch vieles aus, verzichte aber größtenteils einfach auf Make Up und unnötige Cremes. Im Haushalt putze ich mit Essig und Natron, bzw mit Effektiven Mikroorganismen von EM Chiemgau

 

Über die Ernährung können wir unserer Haut die notwendigen Baustoffe liefern, um geschmeidig und elastisch zu sein. Und falls es im Winter dann doch mal durch Heizungsluft und Co zu Trockenheit kommt nutze ich am liebsten reines Avocado- oder Kokosöl. Vor allem Avocadoöl enthält einen sehr wertvollen Inhaltsstoff (Perseose), der den natürlichen Schutz der Haut verstärkt. Gerne auch in Kombi mit Sheabutter und ein paar ätherischen Ölen. Man kann sich mittlerweile wirklich einfach selbst Kosmetika herstellen - auf dem Blog https://schwatzkatz.com findest du viele tolle „Rezepte“ und Anleitungen zum selber machen. Und auch bei der lieben Minh findest du immer wieder Impulse und tolle DIYs zu Naturkosmetik. 

 

Hersteller die ich empfehlen kann (unbezahlte Werbung) 

 

 

Bücher, die ich empfehlen kann (unbezahlte Werbung)

 


Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Artikel mal wieder etwas wertvolles mitgeben und du verstehst deinen Körper wiedermal ein wenig besser. Hast du schon Erfahrung mit Naturkosmetikprodukten oder machst vielleicht schon deine eigenen? Teile mir gerne deine Erfahrungen in den Kommentaren oder per Email mit. Ich freue mich von dir zu hören! 

 

Liebste Grüße, 
Chantal 

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