Paleo Philosophie

Was ist eigentlich Paleo?

Paleo ist die Kurzform für Paläolithikum - die Altsteinzeit. Es ist der längste Abschnitt der Urgeschichte - vor mehr als 2,5 Millionen Jahren waren unsere Vorfahren als Jäger und Sammler unterwegs, nutzten bereits Werkzeuge und Feuer zum Jagen und Essen machen. Und in dieser langen Zeit hat sich die gesamte genetische Ausstattung der Steinzeitmenschen an genau diese natürlichen Verhältnisse angepasst. An das tägliche bewegen, um Nahrung zu finden. An das Fasten, wenn die Jagd mal erfolglos blieb. Und an die frischen Lebensmittel, wie Fleisch, Innereien, Fisch, Pilze, Wurzeln, Knollen, Kräuter und Obst.  

Erst vor ungefähr 10.000 Jahren begannen die Menschen mit dem Ackerbau und der Viehzucht. "Neue" Lebensmittel wie Getreide, Hülsenfrüchte, Milch und Zucker gibt es also im Vergleich zur vorherigen Menschheitsgeschichte erst seit kurzem. 

Seit knapp 100 Jahren werden Lebensmittel durch die Industrie stark verarbeitet und denaturiert, sodass sie mit dem eigentlichen Ausgangsprodukt nur noch wenig gemeinsam haben. Evolutionär hatte unser Organismus also viel Zeit mit natürlichen Lebensmitteln auszukommen und sich an die Natur anzupassen. An die jüngsten Veränderungen und dazu zählen die Massen an verarbeiteten Produkten, industriell gefertigte Lebensmitteln, wenig Bewegung, Stress und Naturdefizit (also ferne zu Natur und künstliche Umgebung) konnten sich unsere Systeme allerdings noch nicht adaptieren. Gene, Biochemie und Stoffwechsel fahren immer noch das evolutionäre Programm und wir tanken den falschen Sprit dafür. 

Dr. Loren Cordain, Begründer der Paleo Ernährung und Professor an der Colorado State University machte bereits zwischen 1970 und 1980 auf die gesundheitlichen Vorteile einer Ernährung nach dem Vorbild von Jägern und Sammlern aufmerksam. Er veröffentliche zahlreiche Studien, die zeigen konnten, dass sich diese Lebensweise positiv auf Zivilisationserkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Depressionen, Allergien und Autoimmunerkrankungen, Bluthochdruck und Krebs auswirkt.

Zudem untersuchte er die Lebens- und Ernährungsweise von verschiedenen Naturvölkern rund um die Welt und stellt immer wieder fest, dass es dort die bei uns bekannten Zivilisationserkrankungen überhaupt nicht gibt.


Nach dem Berliner Institut für Bevölkerung und Entwicklung wird ein Krankheitsbild als "Volkskrankheit" bezeichnet, wenn es so häufig Auftritt und ein solches Maß an Gefährlichkeit aufweist, dass es sozioökonomische Folgen besitzt. Also Auswirkungen auf soziale, wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische, demographische und ökologische Prozesse hat und deren Beziehungen zueinander.


Die westliche Welt wird immer kränker und übergewichtiger, trotz steigender Mitgliederzahlen in Fitnessstudios, trotz zahlreicher Ratgeber rund um Ernährung und Lebensstil und trotz immer besserer medizinischer Versorgung. Die größte Ursache dafür ist kein Geheimnis und längst bekannt:

 

Unser moderner Lebensstil. 

 

Denn selbst unsere Großeltern hatten noch andere Gewohnheiten und andere Gegebenheiten, als wir heute. 

Es gab mehr Bewegung in der Natur, weniger Technologie die den ganzen Tag Strahlung aussendet, mehr selbst gekochtes essen und weniger psychische Belastungen. In den letzten 50 Jahren hat sich der moderne Lebensstil nochmal sehr stark gewandelt. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann denke ich als erstes an die viele Zeit die wir draußen waren bis abends und dreckig nach Hause kamen. Es gab keine Handys oder Spielkonsolen und wir beschäftigten uns selbst. Es gab auch kaum Übergewichtige in meinem Umfeld, das war eher die Ausnahme. Und heute ist es eher andersherum und die Menschen, die sich wirklich fit halten und rundum gesund sind, sind die Ausnahme. 

Wer Montagmorgen mit Energie und gut gelaunt ins Büro kommt, gilt als unnormal - "Was hast du denn heute genommen?" kann man sich dann schonmal anhören. Das selbe gilt, wenn man auf seine Ernährung achtet oder keinen Alkohol trinkt. 

Aber Menschen fühlen sich eben schnell angegriffen, wenn sie einen Spiegel vorgehalten bekommen und jemand ihr sicheres Bild davon, dass Bequemlichkeit schon richtig ist, ins wanken bringt.

 

Was hat das nun aber mit den Steinzeitmenschen zu tun? 

Wie bereits erwähnt, hatten unsere Vorfahren noch andere Tagesabläufe als wir heute. 

Nach dem Aufstehen gab es keine Kaffeemaschine und keinen Kühlschrank, von denen man sich bedienen konnte. Geschweige denn, dass man müde und energielos von einem Wecker geweckt wurde. Die aufgehende Sonne führte zu einer Ausschüttung von Cortisol, das ganz natürlich wach macht. So funktioniert unser Körper auch heute noch, wenn alles im Gleichgewicht ist. 

Danach folgte erst Bewegung, denn ohne Kühlschrank kein Essen. Und wenn noch ein Vorrat vom Tag zuvor übrig war, dann war das sicherlich kein Brot mit Marmelade, sondern Pflanzen oder Fleisch. 

War nichts mehr zur Verfügung, musste also erstmal gejagt oder gesammelt werden.

 

"Aber Frühstück ist doch die wichtigste Mahlzeit am Tag!"

 

Für genug Power wurden einfach die körpereigenen Energiereserven angezapft, die hat man ja schließlich immer dabei. Unser Stoffwechsel sollte eigentlich so flexibel sein, zwischen verschiedenen Energiequellen zu wechseln. Wenn also keine Nahrung aufgenommen wird, dann werden zuerst die gespeicherten Zucker und dann auch Fette mobilisiert und genutzt. Wenn dieses System richtig funktioniert, gibt es auch um halb 10 keinen Heißhunger und das "kleine Frühstückchen" ist völlig unnötig.

Dank des Cortisols, das morgens ausgeschüttet wird, steigt auch der Blutzuckerspiegel etwas an, sodass alle Körperzellen dadurch mit Energie versorgt werden. Ganz ohne Frühstück! Schon schlau, was die Evolution sich da für optimales Überleben ausgedacht hat. 

 

Frühstückst du morgens?

Hast du denn auch morgens überhaupt Hunger?

...

Warum frühstückst du dann?

Bewegung schützt vor Muskelabbau

So eine Jagd kann schonmal mehrere Stunden dauern. Stunden in denen Bewegung und Nahrungskarenz , also Fasten anstehen. Und der Körper ist dennoch leistungsfähig. Und in diesem Zeitraum werden auch keine Muskeln abgebaut, das wäre ja fatal fürs Überleben gewesen. Voraussetzung: Bewegung. Denn dann bekommt der Körper ja signalisiert, dass die Muskulatur genutzt und gebraucht wird und baut diese auch nicht ab. War die Jagd dann erfolgreich musste das erlegte Tier dann auch erstmal unter Krafteinsatz wieder zum Lager zurückgebracht werden. Und dort konnten dann endlich die geleerten Speicher wieder gefüllt werden und dafür wurde natürlich nicht nur das zarte Filet gegessen, sondern Nose to tail - also Nase bis Schwanz. Das komplette Tier. Besonders wertvoll waren und sind Innereien, denn die liefern am meisten Nährstoffe und Energie. 

 

Aber es heißt doch immer wieder, man soll nicht so viel Fleisch essen und das wäre ungesund...

 

Welches Fleisch wird denn bei solchen Studien untersucht? 

Fleisch von Tieren, die artgerecht gehalten und gefüttert wurden? Fleisch von Tieren, die ihr Leben lang auf Weiden standen, ausreichend Bewegung hatten und keine Medikamente erhalten haben? Frisches Fleisch, dass direkt nach dem Schlachten und Zerkleinern zubereitet wurde? 

 

Ich denke eher, dass dort Fleisch aus Massentierhaltung, von Tieren die ihr Leben lang nie draußen waren, prophylaktisch Medikamente erhalten und mit Kraftfutter gefüttert werden, untersucht wurde. Fleisch, dass nach der Schlachtung noch mit Konservierungsmitteln behandelt oder mit Zusatzstoffen zu Wurst weiterverarbeitet wurde. 

Kein Wunder, dass bei den Studien dann herauskommt, dass das Fleisch krank macht. NATÜRLICH macht das krank, das Tier von dem das Fleisch stammt war ja auch schon krank! 

Und zur Häufigkeit des Fleischkonsums lässt sich auch ganz einfach sagen, dass Fred Feuerstein eben auch manchmal kein Glück bei der Jagd hatte. Dann gab es eben nur Gemüse oder auch mal nix. Die Paleo Ernährung besteht also nicht, wie viele immer behaupten zum größten Teil aus Fleisch.

 

Und falls du jetzt denkst: Woher willst du denn wissen, ob das in der Steinzeit wirklich so war?

Zum einen gibt es dank der modernen Technik sehr genaue Untersuchungsmethoden, die zeigen, dass Menschen in der Steinzeit bereits Fleisch konsumiert haben. Das lässt sich unter anderem in den Knochenfunden nachweisen.

Zum zweiten zeigte sich in den Untersuchungen von Loren Cordain zur Lebensweise von heutigen Naturvölkern genau dieses Verhalten. Der Ethnographic Atlas von G.P. Murdock aus dem Jahr 1967, korrigiert 1999 und ausgewertet von Loren Cordain und seinen Mitarbeitern, beschreibt 229 einheimische Gruppen, die sich nach Jäger und Sammler Manier ernähren und Leben. 

Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass die größte Energiequelle der Gruppen aus tierischer Nahrung stammt - aus Fleisch, Fisch und Eiern. 

Besonders spannend dabei: KEINE der Gruppen lebte rein vegetarisch oder vegan. Nur 8 Gruppen bezogen 65% ihrer Energie aus tierischen Quellen, alle anderen sogar zu 85 % oder mehr. 

Im durchschnitt bezogen die Völker ihre Energie zu 70% aus tierischer und zu 30 % aus pflanzlicher Nahrung. 

Neuere Untersuchungen von Naturvölkern belegen die etwas veralteten Daten aus dem Ethnographic Atlas zusätzlich. Auch heute ernähren sich Jäger und Sammler Gruppen wie die Onge, die Hazda, die !Kung-Buschmänner, die Gwi-Buschmänner, die Anbarra Aboriginies oder die Aché aus großen Teilen von Fleisch. Die !Kung essen dabei am wenigsten und kommen im durchschnitt immer noch auf 250g pro Tag. Dabei sind Kohlenhydrate trotzdem ein sehr wichtiger Bestandteil der Ernährung. Denn sie liefern wichtige Vitamine, Mikronährstoffe und Ballaststoffe und machen Gewichtsmäßig den größeren Anteil der Nahrung aus. 

 

Evolutionär angepasst

Die Evolution hat uns wie schon erwähnt, bestens an unsere Umgebung angepasst. Auch heute noch geht es nach unserem genetischen Erbe immer ums Überleben. Daran sind unsere Körper adaptiert und darin sind sie Experten. 

Der Organismus kommt also besser mit Mangel aus, denn damit musste er Jahrtausende lang klarkommen. Ein Überschuss an Energie, an Bequemlichkeit und Nichtstun, an Strahlung, Umweltverschmutzung und Chemikalien ist der Organismus allerdings nicht gewohnt und wird langfristig davon krank.

Er kann einen Überschuss an Energie lange kompensieren, indem er Fettpolster anlegt. Auch das war in gewissem Maße evolutionär sinnvoll und überlebensnotwendig. Im Sommer hat sich Fred an Früchten Fett gefressen und im Winter von diesen Reserven dann gezehrt, sodass er im Frühjahr wieder schlank aus der Höhle kam. 

 

Heute fressen wir uns das ganze Jahr über Fett, ohne auch mal von den Reserven zu leben. Es gibt das ganze Jahr über ein Überangebot an Obst und energiereichen Lebensmitteln, ohne Nährwert und unabhängig von der Jahreszeit. Der Körper gerät völlig aus dem Gleichgewicht und wird übergewichtig und krank. Und wir sind so naiv zu denken, dass wir die steigenden Erkrankungen, unsere falsche Ernährung und fehlende Bewegung mit 20 Minuten Strom pro Woche ohne natürliche Bewegungsabläufe (EMS Training) und fernab der Natur unter künstlichem Licht kompensieren könnten ...

Du denkst langsam etwas nach? Gut so ;-) 

 

Zurück zur Natur

Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Unser Organismus ist an die Natur optimal angepasst. An den Verlauf des natürlichen Tageslichts, an das sich über den Tag ändernde Farbspektrum der Sonne, an die unterschiedlichen Temperaturen der Jahreszeiten, an die saisonal verfügbare Nahrung, an die Vielzahl an Bewegungen - Kraft, Schnelligkeit, Koordination, Ausdauer und Beweglichkeit über den gesamten Radius der Gelenke, an ein Gleichgewicht zwischen Stress und Erholung. 

 

In unserer modernen Welt fehlen diese Reize. Wir haben das ganze Jahr über angenehme Temperaturen und Kälte fehlt fast komplett. 

Wir sind ständig künstlichen Lichtquellen ausgesetzt und sind zu wenig unter natürlichem Tageslicht (was das auslöst, kannst du im Artikel "Tickst du noch richtig" nachlesen). 

Elektronische Strahlung und Umweltgifte, belasten den Körper ebenfalls fast rund um die Uhr (Lies hier mehr "Detox - Was es mit Entgiftung auf sich hat"). 

Wenn wir uns Bewegen, dann möglichst zeitsparend und oft nur der Ästhetik wegen. Bewegung liegt aber auch in unserer Natur,darauf ist ein gesunder Körper angewiesen. Rückenschmerzen, Verspannungen und Kopfschmerzen sind heute schon so normal, wie das morgendliche Zähneputzen. 

Und gestresst zu sein, ist heute ja fast ein muss. Denn wer nicht gestresst ist, hat scheinbar nichts zu tun. Stressbewältigung, Pausen nehmen und sich selbst und vor allem die eigene Gesundheit an erste Stelle zu setzen, fällt vielen Menschen sehr schwer.

 

Natur heilt 

Es klingt ja fast schon zu einfach: Die modernen Zivilisationserkrankungen wie Bluthochdruck, chronischer Stress, Übergewicht, Diabetes etc. können zu 100 % vermieden werden. Und sie können, wenn bereits vorhanden gelindert, wenn nicht sogar rückgängig gemacht werden. Mit dem richtigen Lebensstil. Mit einem Lebensstil nach dem Vorbild unserer Vorfahren. Nach dem Vorbild heutiger Naturvölker. Einem Lebensstil mit der Natur. 


Und das zeigen bereits Untersuchungen! 

Für diejenigen, die sich über Wissenschaft auch so freuen wie ich: hier ein paar Studien.

 

Dr. Jens Freese führte 2015 mit mehreren Teilnehmern eine Studie im Naturpark Eifel durch, bei dem nach Paleo Vorbild tagsüber gewandert und 12 Stunden gefastet wurde. Dabei betrug die tägliche Nährstoffverteilung 22% Kohlenhydrate, 24% Protein und 54% Fett aus natürlichen und unverarbeiteten Lebensmitteln. 

Und die Ergebnisse sprechen für sich, denn unter anderem wurde im durchschnitt 7,4% Körperfett abgebaut, sowie geringere Blutzucker - und Entzündungswerte gemessen. Diese Studie hat er 2018 wiederholt - ich bin schon gespannt auf die Ergebnisse. 

 

Auch Forscher der University of California führten eine Untersuchung mit gesunden Probanden durch, die für 10 Tage Getreide, Hülsenfrüchte, Milch und verarbeitete Produkte aus ihrem Speiseplan strichen und dafür viele frische Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Fleisch und Nüsse aßen. Bei den nachfolgenden Messungen zeigten sich verbesserte Blutwerte, darunter geringeres Cholesterin, weniger LDL und gesunkene Triglyzeride sowie geringere Insulinwerte.

 

Im Vergleich zu offiziellen Ernährungsempfehlungen von vielen Gesundheitsorganisationen taucht in der Paleo Ernährung kein Getreide und keine Milch auf. Der Fokus liegt auf frischen, unverarbeiteten und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. 

Und dass diese Ernährung bei Erkrankungen einen großen Beitrag zur Besserung leisten kann, zeigt die Studienlage.

 

Den direkten Vergleich liefert eine Untersuchung von Pastor et al aus 2015, bei der Probanden mit zu hohem Cholesterinwert,   zuerst 4 Monate nach Empfehlungen der American Heart Association und dann 4 Monate nach der Paleo Philosophie ernährt wurden. Während der Ernährung nach offiziellen Empfehlungen nahmen die Teilnehmer insgesamt mehr Energie, mehr Kohlenhydrate und weniger Protein auf, als in der Paleo-Phase. Zwar nahmen die Männer in der ersten Phase 3,3 kg Körpergewicht ab, die Frauen jedoch null kg im durchschnitt. In der zweiten Phase, mit der Paleo Ernährung konnten die Männer ihr Gewicht nochmals um durchschnittlich 10,4 kg reduzieren und auch die Frauen hatten diesmal mit -8,1 kg im Mittel endlich Erfolg. 

Die Blutfettwerte LDL, HDL, Triglyceride und Gesamtcholesterin wurden ebenfalls gemessen und LDL, Triglyeride sowie Gesamtcholesterin stiegen mit der Umstellung auf die offiziellen Empfehlungen sogar geringfügig an. Mit der Paleo Ernährung sanken diese Werte um bis zu 44 % und der HDL Wert, der sich mit der ersten Phase nicht verändert hatte, stieg um 35 %. 

 

Noch ein Vergleich aus 2009 zeigt ähnliche Ergebnisse, diesmal zwischen der offiziellen Empfehlung für Diabetes Typ 2 Patienten und einer Paleo Ernährung für jeweils 3 Monate. Mit der Einführung der offiziellen "Diabetes-Ernährung" gab es kaum Veränderungen, wohingegen die Umstellung auf Paleo mit höheren HDL Werten, niedrigeren Triglyceriden, niedrigerem Blutdruck, niedrigerem Langzeitzucker, sowie geringerem Hüftumfang und Körpergewicht ausging. Dabei wurden auch hier einfach Getreide, Hülsenfrüchte, Milch und allgemein stark verarbeitete Industrienahrungsmittel gestrichen.


Ich finde es echt erschreckend, dass offizielle Gesundheitsorganisationen, die Ernährungsempfehlungen für tausende kranke Menschen geben, so sehr am Ziel vorbeischießen. Die Empfehlungen, die die Gesundheit von Risikopatienten für Herz-Kreislauf und Stoffwechsel-Erkrankungen doch eigentlich verbessern sollen, bewirken entweder nichts oder sogar das Gegenteil - die Werte verschlechtern sich noch und dann werden Medikamente gegen die Symptome verschrieben ohne auch nur Ansatzweise die Ursache anzugehen, die zu 100% Lebensstil bedingt und damit vermeidbar bzw. veränderbar ist. Also ich weiß ja nicht, wie es dir geht, wenn du sowas liest, aber mich macht das richtig sauer... 

 

Die Lösung dafür hört sich nicht nur einfach an, sondern sie ist wirklich so einfach! 

Verändere Deine Ernährung, verändere deine Gewohnheiten, sowie dein Stressverhalten und beweg dich mehr.

Einfach aber doch so schwer ... Denn JA es erfordert eben Arbeit und ist nicht immer bequem. Aber es geht um deinen Körper, der dich durch dein ganzes Leben trägt! Und damit das mal mindestens 70 Jahre lang funktioniert und du auch die gesamte Zeit genießen kannst, musst du eben auch täglich etwas dafür tun.

 

Bist du nun etwas nachdenklich geworden? Hinterfragst aktuelle Empfehlungen oder deine eigene Ernährung und was du bisher darüber gelernt hast? Gut! Gehe immer kritisch mit Empfehlungen und Ratschlägen um! Denn am Ende zählt das, was für dich am besten funktioniert, was dich fit und gesund hält. Vielleicht liegen in 10 Jahren schon wieder ganz andere Untersuchungen vor - man weiß es nicht. Aber diese finde ich schon sehr aussagekräftig. Zumal es für mich einfach logisch ist, sich nach der evolutionären Prägung zu ernähren und danach zu leben. So haben wir es immerhin vom Fred Feuerstein zum heutigen Menschen geschafft ... 

 

Heißt das, wir sollten nun alle wieder nackt in einer Höhle leben? Wäre für die Erde auf jeden Fall besser ... ;-) 

Nein, das müssen wir natürlich nicht. Aber wir sollten genug Ausgleich schaffen, zu den vielen modernen Errungenschaften und uns immer wieder zu unseren Wurzeln besinnen. 

Mehr Natur, mehr Qualität, mehr Frische, mehr Genuss und mehr wichtige Dinge - Familie, Freunde, schöne Erlebnisse, Freude und Glück und dann werden wir auch ein zufriedenes und gesundes Leben führen.

 

Ich hoffe dir hat der Artikel gefallen, das ist eine richtige Herzensangelegenheit für mich.  Der nächste Artikel wird dann nochmal genau erklären, wie der Paleo Lebensstil denn heute so aussehen kann, was du essen kannst und worauf du sonst noch achten solltest. Probier dich bis dahin doch schonmal etwas aus und hinterlass mir gerne ein Feedback und Fragen als Kommentar oder schreib mir eine E-Mail.

Du möchtest deine Ernährung und / oder deinen Lebensstil verändern und weißt nicht wo du anfangen sollst? Ich unterstütze dich dabei! Nimm jetzt Kontakt zu mir auf - ich freue mich auf deine Nachricht!

 

Bis bald und viele Grüße

Chantal 


Quellen 

1) https://www.berlin-institut.org/online-handbuchdemografie/bevoelkerungsdynamik/auswirkungen/neue-volkskrankheiten.html

2) http://dr-freese.com/wp-content/uploads/2017/07/The-Impact-of-a-4-Day-Paleolithic-Lifestyle-Change-on-Human-Metaflammation.pdf

3) Jaminet, Paul & Jaminet, Shou-Ching (2018). Perfect Health Diet (2018). Thieme

4) Leite-Poco, Boris. (2014]. Das Paleo-Prinzip. Neustadt an der Weinstraße: Neuer Umschau Buchverlag

5) Paul, Sabine. (2013). PaläoPower. Das Wissen der Evolution nutzen für Ernährung, Gesundheit und Genuss. München: Beck.

4) Cordain et al. (2000). Plant animal subsistence ratios and macronutrient energy estimations in worldwide hunter-gatherer diets. The American Journal of clinical Nutrition 2000 Mar; 71 (3):682-92

5) Kaplan, H.S.; Hill, K.R.; Lancaster, J.B. & Hurtado A.M. (2000). A theory of human life history evolution:diet, intelligence, and longevity. Evolutionary Anthropology 9:156-185

6) Frasetto, L.A.; Schloetter, M.; Mietus-Synder, M.; Morris JR R.C.  & Sebastian, A. (2009). Metabolic and physiologic improvements for consuming a Paleolithic, hunter-gatherer type diet. European Journal of clinical nutrition. 63, 947-955

7) Pastore, R.L.; Brooks, J.T.; & Carbone, J.W. (2015). Paleolithic Nutrition improves plasma lipid concentrations of hypercholesterolemia adults to a greater extent than traditional heart-healthy dietary recommendations. Nutrition Research. Volume 35 (6). 474-479

8) Jönsson, T.; Granfeldt, Y.; Ahrén, B.; Branell, U.B.; Pâlsson, G.; Hansson, A.; Söderström, M. & Lindeberg, S. (2009). Beneficial effects of a Paleolithic diet on cardiovascular risk factors in type 2 diabetes: a randomized cross-over pilot study. Cardiovascular Diabetology 2009, 8:35 dot:10.1186/1475-2840-8-35

 


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